Vor einiger Zeit habe ich hier schon einmal von einer recht witzigen Begebenheit erzählt, die ich nur erleben durfte, weil ich auf diese Seite hier gestoßen bin. Möglicherweise erinnert sich der/die ein oder andere noch an die Schlüssel-Geschichte einer lauen Sommernacht. ;-) Viel ist seitdem geschehen - mit dem Herrn aus der damaligen Geschichte habe ich noch losen Kontakt, aber wir wussten ja damals schon beide, dass wir einfach zu weit auseinander wohnen, um die Art von Affäre zu realisieren, die wir beide wollten. Und so ist letztlich jeder seines Weges gegangen - und jeder hat sein "Glück" gefunden und befindet sich in einer wunderbaren Affäre. Jedenfalls bis zum heutigen Zeitpunkt. Eine Erlebnis jedoch, das ich mit ihm (oder wegen ihm) hatte, finde ich nach wie vor sehr witzig (und da er anonym bleibt, wird er sich möglicherweise erkennen, aber mir bestimmt nicht böse sein, dass ich davon erzähle):
Eine Zeitlang fuhr besagter Mann regelmäßig in meine Gegend, hielt sich dort ein paar Tage auf und fuhr dann wieder heim. Letztlich war er aber immer nur auf der Durchreise und konnte sich auch nur schwer mehr als ein paar Stunden abringen, wenn überhaupt so viel Zeit blieb. Nun ja, fuhr er mit dem Auto, haben wir es ein paar Mal so eingerichtet, dass wir uns trafen und dann im Auto ein paar heiße Augenblicke erlebten. Einmal jedoch rief er mich an und verkündete, er führe diesmal mit der Bahn und ob ich nicht Lust hätte ... natürlich hatte ich. Und so begab es sich dann, dass ich an einem recht warmen Sommertag zunächst mal in unauffälligen Alltagsklamotten das Haus verließ um nach Köln zu fahren (ich fuhr offiziell zum Shoppen). In einem Parkhaus schmiss ich mich dann in ein Kleid nebst den unverzichtbaren Halterlosen - jepp, ich stand neben meinem Auto und hab mich umgezogen, ich bete bis heute, dass keine Kameras installiert waren - und ging zum Hauptbahnhof. Dort kaufte ich schnell ein Ticket von Köln nach Bonn und wieder zurück (man weiß ja nie) und beeilte mich auf den Bahnsteig. Mein Süßer fuhr erste Klasse und wir hatten vereinbart, dass er mich am Wagen gleich hinter der Lok erwarten würde. Während ich auf dem Bahnsteig stand, dachte ich, ehrlich gesagt schon, dass ich eigentlich geisteskrank sein muss, das zu tun, was ich gerade vorhatte - oder einfach abenteuerlustig. Nun ja, der Zug lief ein, die Türen öffneten sich und da stand er und strahlte mich an. Niemand stieg an dieser Tür ein oder aus und so zerrte er mich nach einem gierigen Begrüßungskuss augenblicklich hinter die Tür, die sich im ICE halt direkt hinter der Eingangstür befindet. Was sich in den folgenden 25 Minuten auf dem Weg von Köln nach Bonn abgespielt hat, werde ich Euch NICHT erzählen (hähä) - nur so viel, dass wir ein perfektes Timing hatten und ungefähr eine Minute vor Erreichen des Bonner Hauptbahnhofes unbemerkt - und vom Schaffner unbehelligt - die kleine Kabine wieder verließen, die Zeuge höchst unmoralischen Treibens geworden war. Wenn ich damals gewusst hätte, dass mein "Abenteuer" jetzt erst anfing, hätte ich so etwas vielleicht nie gemacht - oder ich hätte mir bessere Strümpfe gekauft ... kicher ... wie auch immer, schon als wir in Bonn einliefen (wir küssten uns zum Abschied noch mal heiß und innig), merkte ich, dass einer meiner beiden Halterlosen ein wenig zu lose war, und ich versuchte noch schnell, das Teil noch mal ein wenig hochzuziehen, aber es rollte sich ständig runter. Verflixt und zugenäht! Der Zug hielt an, die Tür öffnete sich, ich musste aussteigen, der Strumpf rollte weiter. Ich raus auf den Bahnsteig und schickte ein Stoßgebet gen Himmel, dass der Strumpf bitte halten möge - aber für Sünderinnen meines Kalibers war wohl grad keine Sprechstunde und so rollte der Strumpf mit jedem Schritt, den ich auf dem Bahnsteig Richtung Treppe zurücklegte, unaufhörlich ein Stück weiter runter. Der Zug rollte an, ich grinste schäl in Richtung der verspiegelten Scheiben und hatte keine Ahnung, ob meine Verzweiflung bzw. der Abrollstrumpf von drinnen bemerkt worden war. Als ich schließich kurz vor der Treppe und mein Strumpf aber schon unterhalb des Rocksaums angelangt war, packte mich die Panik und ich wollte möglichst unauffällig durch den Seitenschlitz des Kleides greifen und zumindest ein weiteres Abrollen verhindern. Doch es war schon zu spät, der Strumpf war bereits am Knie angelangt, ich musste ihn quasi hochreißen, natürlich mit dem Ergebnis, dass es für meine Begriffe viel zu laut "Ratsch" machte. Und ein kurzer Blick an meiner Seite runter bestätigte, dass ich nunmehr nicht nur mit halb runtergerolltem, sondern auch noch mit riesengroßer Laufmasche verziertem halterlosen Strumpf mitten auf der Treppe im Bonner Hauptbahnhof stand. In so einem Augenblick schießen einem alle möglichen Gedanken durch den Kopf, davon ist im-Boden-versinken-wollen noch der Harmloseste. Ich sah mein Heil schließlich im Containcance-Bewahren und so hielt ich mit einer Hand mein Kleid leicht gelupft und gleichzeitig den Strumpf fest. Auf diese Weise schritt ich (oder besser humpelte ich in etwas gekrümmter Haltung) tapfer durch die Unterführung, die nächste Treppe wieder hoch und konnte erstmals aufatmen, denn mein Zug zurück nach Bonn stand schon auf dem Bahnsteig. Dort verschwand ich unmittelbar auf der Toilette, entledigte mich fluchend beider Strümpfe und konnte dann, endlich wirklich entspannt die Heimfahrt antreten. Meinem Holden habe ich diese Begebenheit erst viel später erzählt, denn er hatte natürlich von all dem nichts mitbekommen. Als ich jedoch im Zug zurück nach Bonn saß, erhielt ich noch eine SMS von ihm, dass das ja wohl eine Nummer gewesen sei, von der wir, wenn sie nicht so unglaublich verboten wäre, unseren Enkeln noch erzählen würden. Dazu kann ich nur sagen: Allerdings! Und ich finde es schön, sie zumindest, Euch mal erzählt zu haben. |